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Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Das globale Wirtschaftswachstum wird laut der Prognose des IMF im Jahr 2026 trotz divergierender Kräfte mit voraussichtlich 3,3 % stabil bleiben. Der Gegenwind für die wirtschaftliche Entwicklung aufgrund veränderter Handelspolitiken wird über den Rückenwind durch steigende Investitionen in Technologie, einschließlich künstlicher Intelligenz, fiskalische und monetäre Unterstützung sowie allgemein günstige finanzielle Rahmenbedingungen ausgeglichen. Der Zuwachs in den Industrieländern wird für 2026 auf 1,8 % prognostiziert. In den Schwellen- und Entwicklungsländern dürfte das Wachstum für 2026 weiterhin knapp über 4,0 % liegen. Die Prognose für China liegt bei 4,5 % und für Indien bei 6,4 %. Der Euroraum wird im Vergleich zu anderen Regionen weniger von dem jüngsten technologiegetriebenen Investitionsschub profitieren. Die fortdauernden Auswirkungen des Energiepreisanstiegs nach dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine belasten die Industrie weiterhin und werden durch die reale Aufwertung des Euro gegenüber den Währungen ähnlicher Exportnationen zusätzlich verstärkt. Die Europäische Kommission erwartet, dass das reale BIP in der EU 2026 um 1,4 % und im Euroraum um 1,2 % wächst. Die globale Gesamtinflation dürfte voraussichtlich auf 3,8 % im Jahr 2026 zurückgehen.

Markt Wirtschaftswachstum in 2026 Schlüsselfaktoren
     
Kernmärkte
Deutschland +1,1 % 
  • In 2025 beschlossene wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen der Bundesregierung (wie z.B. das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität) dürften spürbare Wachstumsimpulse setzen und rund zwei Drittel Prozentpunkte zum BIP-Zuwachs 2026 beitragen.
  • Die strukturellen Wachstumsperspektiven sind aufgrund des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels, bürokratischer Belastungen, der fehlenden Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung sowie hoher Energiepreise weiterhin gedämpft.
  • Der Wachstumsbreitag des Außenhandels wird, wie im Vorjahr, voraussichtlich negativ ausfallen. Angesichts einer verringerten Nachfrage bedeutsamer Absatzmärkte außerhalb Europas (z.B. USA, China) und der Verschlechterung der internationalen Wettbewerbssituation deutscher Unternehmen (Maschinen- und Anlagenbau, Automobilindustrie) verliert die deutsche Wirtschaft, trotz einer robusten Exportentwicklung im EU-Binnenmarkt, voraussichtlich erneut Weltmarktanteile, insbesondere an China.
  • Die Inflationsrate nähert sich den Einschätzungen der Deutschen Bundesbank zufolge 2026 dem Wert von 2,0 % an. Die Arbeitslosenquote wird mit 6,2 % (2025: 6,3 %) leicht rückläufig prognostiziert.
      
Niederlande +1,3 % 
  • Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich, da die hohen Lohnanstiege aus den Vorjahren nicht von Produktionszuwächsen begleitet werden. Gleichzeitig stützt der weiterhin starke private Konsum mit voraussichtlich +1,6 %.
  • Öffentliche Investitionen in den Bereichen Verteidigung, Energiewende und Wohnungsbau dürften moderat zum Wachstum beitragen.
  • Ein langsameres Beschäftigungswachstum und Arbeitsplatzverluste werden die Arbeitslosenquote auf 4,1 % (2025: 3,9 %) erhöhen.
  • Für die Inflation wird ein Rückgang von 3,0 % auf 2,5 % in 2026 prognostiziert, wobei das Inflationsniveau in den Niederlanden im Vergleich zum Euroraum hoch ist.
Schweiz +1,1 % 
  • Die handelspolitischen Aussichten für 2026 haben sich verbessert. In Verhandlungen im November 2025 gelang es, die US-Zölle von 39 % analog zur EU auf 15 % zu senken. Da die gegenseitige Absichtserklärung jedoch vorerst kein rechtlich bindendes Abkommen darstellt, bleibt die Unsicherheit hoch.
  • Der Schweizer Franken ist weiterhin hoch bewertet, was auch dazu führt, dass der Außenhandel voraussichtlich nur einen moderaten Wachstumsimpuls liefert. Erwartet wird ein Rückgang der Exporte auf 1,6 % (2025: 2,1 %).
  • Die Inflationsrate wird auf im Jahresdurchschnitt 2026 weiterhin sehr niedrige 0,2 % prognostiziert und stützt die realen Einkommen, wie auch den privaten Konsum.
  • Durch die voraussichtlich unterdurchschnittliche Wachstumsdynamik wird ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf 3,1 % (2025: 2,8 %) erwartet.
Wachstumsmärkte
Großbritannien +1,3 % 
  • Die Unsicherheit hinsichtlich der inländischen und internationalen Wirtschaftslage wird die Unternehmensinvestitionen dämpfen.
  • Umfrageergebnisse zu neuen Exportaufträgen aus den USA im verarbeitenden Gewerbe sind, trotz eines bilateralen Handelsabkommens, schwach und spiegeln den Anstieg des effektiven Gesamtzollsatzes um 7,0 % wider. Prognostiziert wird ein Rückgang der Wachstumsrate der Exporte auf 1,0 % (2025: 3,0 %).
  • Britische Arbeitgeber planen mit Lohnsteigerungen von 3,0-3,5 % im Jahr 2026, was den Konsum, als einer der wichtigsten Wachstumstreiber, stützen sollte, gleichzeitig aber Inflationsdruck verursacht. Die Gesamtinflation wird mit 2,5 % voraussichtlich hoch bleiben.
  • Die Fiskalpolitik bleibt angesichts hoher staatlicher Kreditkosten, steigender Ausgaben für Verteidigung sowie einem großen, wenn auch rückläufigen Haushaltsdefizit und steigender Staatsverschuldung (104,2 % des BIP nach 101,6 % im Vorjahr) restriktiv.
USA +2,4 % 
  • Mit einem Anstieg um 1,8 % verlangsamt sich das Wachstum des privaten Konsums (2025: 2,5 %), da das nachlassende Beschäftigungswachstum und Preisanstiege durch Zollerhöhungen die Einkommen dämpfen.
  • Fiskalische Lockerungen des „One Big Beautiful Bill Act“ sollten dazu beitragen, dass Unternehmensinvestitionen, insbesondere in Rechenzentren, Software, Halbleiter, KI-Anwendungen und Energieinfrastruktur, sich weiter dynamisch entwickeln. Gleichzeitig gewinnen hierdurch Produktivitätssteigerungen an Bedeutung.
  • Die Arbeitslosenquote steigt voraussichtlich von 4,2 % in 2025 auf 4,4 % in 2026 leicht an. Der anhaltende Rückgang des Beschäftigungswachstums wird durch die deutliche Abnahme der Nettozuwanderung ausgeglichen.
  • Das gemäß Prognose hohe Staatsdefizit (125,2 % des BIP) sowie mögliche neue handels- oder geopolitische Spannungen sind potenzielle Belastungsfaktoren für die US-Wirtschaft in 2026.
Frankreich +1,0 % 
  • Die inländische politische Unsicherheit ist durch die Verabschiedung des Haushalts für 2026 vorerst reduziert und bisher verzögerte Konsum- und Investitionsentscheidungen dürften die Wachstumsaussichten in 2026 verbessern.
  • Die Staatsverschuldung wird in 2026 voraussichtlich fast 120 % des BIP (2025: 116,6 %) erreichen. Dies löst weiter steigende Zinszahlungen aus und verstärkt den fiskalischen Konsolidierungsdruck. Geplante Maßnahmen umfassen höhere Steuern für große Unternehmen und Spitzenverdiener, Ausgabenkürzungen auf allen Regierungsebenen, ein verringertes Wachstum der Gesundheitsausgaben sowie das Einfrieren von Renten und Sozialleistungen.
  • Trotz eines erwarteten Anstiegs der Inflation auf 1,3 % dürfte der private Konsum um 0,6 % zulegen. Die Arbeitslosenquote wird sich wegen eines abgeschwächten Beschäftigungswachstums bei weiterhin hoher Erwerbsbereitschaft in 2026 auf 8,0 % (2025: 7,6 %) erhöhen.

* Wirtschaftswachstum gemäß IMF, World Economic Outlook Update, January 2026; European Commission, Economic forecast for Netherlands, 17.11.2025 und Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Konjunkturprognosen, 15.12.2025

Nach verbesserten Aussichten für die Bauwirtschaft in den 19 EUROCONSTRUCT-Ländern im Jahr 2025 (+0,3 %), wird gemäß dem 100. EUROCONSTRUCT Summary Report für 2026 ein beschleunigtes Wachstum der Bautätigkeit in Höhe von 2,4 % prognostiziert. Während der Neubau und Tiefbau die Erholung vorantreiben werden, dürfte die Renovierung von Gebäuden, vor allem im Wohnbereich, voraussichtlich zurückbleiben. Bis 2027 wird die gesamte Bauleistung gemäß den aktuellen Einschätzungen das Niveau von 2023 übertreffen, auch wenn der Erholungsprozess ungleichmäßig verläuft.

Markt Entwicklung Baubranche 2026 Schlüsselfaktoren
     
Kernmärkte
Deutschland +0,5 % 
  • Das mit 500 Mrd. EUR umfangreiche Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität der Bundesregierung dürfte sowohl direkt – über die geplanten beträchtlichen Ausgaben, insbesondere für Infrastrukturprojekte – als auch indirekt – über einen spürbaren konjunkturellen Aufschwung – die Bautätigkeit ankurbeln.
  • Der Wohnungsneubau sank zwischen 2021 und 2025 um 42,0 %. Für 2026 wird ein weiterer Rückgang erwartet (-3,5 %), da die Zahl der Fertigstellungen abnimmt und das Volumen neu begonnener Bauprojekte nicht ausreicht, um den Rückgang zu kompensieren. Die Zuwachsrate bei den Baugenehmigungen im Wohnungsneubau ist jedoch in den ersten 11 Monaten in 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zweistellig (+13,9 %) gestiegen, was sich zukünftig auch im Neubauvolumen auswirken sollte. Die Baupreise haben sich außerdem stabilisiert und die Zinsentwicklung hat sich weitgehend beruhigt. Renovierungen an Wohngebäuden steigen nach vier rückläufigen Jahren in 2026 um 1,0 %.
  • Für die preisbereinigte Neubautätigkeit im Nichtwohnungshochbau wird 2026 ein Minus von 1,3 % prognostiziert, während die Bauleistung an bestehenden Gebäuden in diesem Sektor voraussichtlich um 0,9 % sinkt.
  • Der Tiefbau dürfte weiter robust ausgeweitet werden und in 2026 real eine Wachstumsrate von 7,3 % verzeichnen.
      
Niederlande +2,8 % 
  • Der Haushaltsentwurf für 2026 sieht rund 900 Mio. EUR pro Jahr zur Unterstützung der Realisierung neuer Wohnungsbauprojekte bis 2029 vor.
  • Durch die Erholung der Baugenehmigungen und Baubeginne sowie der Fertigstellungen in diesem Jahr wird ein Anstieg der Wohnungsneubauproduktion um 4,3 % in 2026 erwartet.
  • Der Neubau von Nichtwohngebäuden kehrt nach dem Abwärtstrend der letzten Jahre 2026 mit voraussichtlich +4,4 % zu moderatem Wachstum zurück. Der stetige Anstieg im Renovierungsbereich und starke Zuwächse bei Bürogebäuden, Gesundheitsbauten und Gewerbeimmobilien wird den Gesamtmarkt im Nichtwohnungsbau 2026 um 2,7 % erhöhen.
  • 2026 wird für den Tiefbau, aufgrund des Aufschwungs im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau sowie dem hierdurch gesteigerten Bedarf an Infrastruktur, ein Wachstum von 2,9 % erwartet.
Schweiz +1,5 % 
  • Für das Jahr 2026 wird mit einem Anstieg um 1,0 % eine positive Trendwende der Investitionsentwicklung im Wohnungsbau prognostiziert. Diese wird durch die erwartete Belebung im Bereich des Mehrfamilienhausbaus angetrieben.
  • Allerdings wird die Erholung wegen knapper Baugrundstücke, regulatorischer Hindernisse und Verzögerungen durch Einsprüche nur langsam voranschreiten. Ersatz- und Renovierungsinvestitionen gewinnen weiter an Bedeutung. Die Finanzierungsbedingungen sind günstig, jedoch könnte der schwächelnde Arbeitsmarkt bremsen.
  • In den kommenden Jahren wird angesichts des jüngsten Bevölkerungswachstums und der alternden Bevölkerungsstruktur, der Nichtwohnungsmarkt durch Bauinvestitionen in die Infrastruktur für Gesundheits-, Sozial- und Bildungszwecke gestützt. 2026 werden diese voraussichtlich um 1,7 % steigen.
  • Der Tiefbau als stabilisierender Faktor wird die in 2025 (+2,7 %) begonnene expansive Entwicklung 2026 mit einem Wachstum von 2,1 % durch den weiteren Ausbau und die Modernisierung der Verkehrs-, Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur aus Mitteln zweier großer Infrastrukturfonds des Bundes fortsetzen.
Wachstumsmärkte
Großbritannien +2,8 % 
  • Nachdem die britische Regierung den Wohnungsbau in den Mittelpunkt ihrer Agenda gestellt hat, wird für 2026 erwartet, dass die private Wohnungsbauproduktion mit 5,3 % (2025: 3,6 %) weiter ansteigt. Jedoch ist die Fähigkeit der Gemeinden in den öffentlichen Wohnungsbau zu investieren aufgrund ihres erheblichen und wachsenden Finanzdefizits eingeschränkt. Insgesamt soll der Neubau von Wohnimmobilien 2026 deshalb um 5,0 % steigen.
  • Der Nichtwohnungsbau setzt sein moderates Wachstum aus dem Vorjahr mit einer prognostizierten Rate von 2,2 % fort. Ein Zuwachs von 2,3 % entfällt dabei auf den Neubau, während Renovierungen um 2,1 % steigen.
  • Insbesondere bei Gewerbeimmobilien und Bürogebäuden, die neben den Gebäuden für Bildung den größten absoluten Anteil am britischen Nichtwohnungsneubau tragen, sollten sich die zweistelligen prozentualen Rückgänge im Jahr 2025 in Wachstumsraten von 2,8 % und 1,9 % umkehren.
USA +1,0 % 
  • Der Wohnungsbau, der 2026 mit 42,5 % den größten Anteil an den Gesamtbauausgaben trägt, wird getrieben durch mehr Renovierungen (+1,7 %) und ein stabiles Zinsniveau voraussichtlich um 0,7 % wachsen.
  • Die Bauausgaben im Nichtwohnungsbau entwickeln sich 2026 mit -0,5 % leicht rückläufig, wobei der Bau von Rechenzentren mit einem Anteil von mindestens 6 % des gesamten Nichtwohnungsbauvolumens im Vergleich zu 2025 nochmals um geschätzte 23,0 % wächst.
  • Förderprogramme wie das „Bridge Investment Program“ der Federal Highway Administration in Höhe von fast 5 Mrd. US-Dollar an Zuschüssen, schaffen ab 2026 bedeutende Wachstumsperspektiven bei Infrastrukturprojekten.
Frankreich +2,1% 
  • Die 2025 gestiegenen Baugenehmigungen und Baubeginne werden sich voraussichtlich 2026 in einer mit 3,8 % zunehmenden Wohnungsbautätigkeit widerspiegeln. Unterstützt wird dies durch staatliche Maßnahmen wie das zinslose Darlehen (PTZ) für Neubauten, bei denen nach drei rückläufigen Jahren ein Anstieg um +10,7 % erwartet wird.
  • Energieeffiziente Renovierungen, mit einem Anteil von ca. zwei Drittel an der gesamten Wohnbautätigkeit, profitieren weiterhin vom Förderprogramm „MaPrimeRénov“, wobei in diesem Sektor nur ein schwaches Wachstum mit +0,5 % erwartet wird.
  • Für den Nichtwohnungsbau wird mit +0,1 % in 2026 eine Stagnation prognostiziert.

* Entwicklung der Baubranche gemäß 100th EUROCONSTRUCT Summary Report, Winter 2025, S. 40 und 2026 North American Engineering and Construction Industry Overview, First Quarter Edition, S. 37