| Markt | | Wirtschaftswachstum in 2026 | | Schlüsselfaktoren |
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| Kernmärkte |
| Deutschland | | +1,1 % | | - In 2025 beschlossene wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen der Bundesregierung (wie z.B. das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität) dürften spürbare Wachstumsimpulse setzen und rund zwei Drittel Prozentpunkte zum BIP-Zuwachs 2026 beitragen.
- Die strukturellen Wachstumsperspektiven sind aufgrund des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels, bürokratischer Belastungen, der fehlenden Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung sowie hoher Energiepreise weiterhin gedämpft.
- Der Wachstumsbreitag des Außenhandels wird, wie im Vorjahr, voraussichtlich negativ ausfallen. Angesichts einer verringerten Nachfrage bedeutsamer Absatzmärkte außerhalb Europas (z.B. USA, China) und der Verschlechterung der internationalen Wettbewerbssituation deutscher Unternehmen (Maschinen- und Anlagenbau, Automobilindustrie) verliert die deutsche Wirtschaft, trotz einer robusten Exportentwicklung im EU-Binnenmarkt, voraussichtlich erneut Weltmarktanteile, insbesondere an China.
- Die Inflationsrate nähert sich den Einschätzungen der Deutschen Bundesbank zufolge 2026 dem Wert von 2,0 % an. Die Arbeitslosenquote wird mit 6,2 % (2025: 6,3 %) leicht rückläufig prognostiziert.
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| Niederlande | | +1,3 % | | - Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich, da die hohen Lohnanstiege aus den Vorjahren nicht von Produktionszuwächsen begleitet werden. Gleichzeitig stützt der weiterhin starke private Konsum mit voraussichtlich +1,6 %.
- Öffentliche Investitionen in den Bereichen Verteidigung, Energiewende und Wohnungsbau dürften moderat zum Wachstum beitragen.
- Ein langsameres Beschäftigungswachstum und Arbeitsplatzverluste werden die Arbeitslosenquote auf 4,1 % (2025: 3,9 %) erhöhen.
- Für die Inflation wird ein Rückgang von 3,0 % auf 2,5 % in 2026 prognostiziert, wobei das Inflationsniveau in den Niederlanden im Vergleich zum Euroraum hoch ist.
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| Schweiz | | +1,1 % | | - Die handelspolitischen Aussichten für 2026 haben sich verbessert. In Verhandlungen im November 2025 gelang es, die US-Zölle von 39 % analog zur EU auf 15 % zu senken. Da die gegenseitige Absichtserklärung jedoch vorerst kein rechtlich bindendes Abkommen darstellt, bleibt die Unsicherheit hoch.
- Der Schweizer Franken ist weiterhin hoch bewertet, was auch dazu führt, dass der Außenhandel voraussichtlich nur einen moderaten Wachstumsimpuls liefert. Erwartet wird ein Rückgang der Exporte auf 1,6 % (2025: 2,1 %).
- Die Inflationsrate wird auf im Jahresdurchschnitt 2026 weiterhin sehr niedrige 0,2 % prognostiziert und stützt die realen Einkommen, wie auch den privaten Konsum.
- Durch die voraussichtlich unterdurchschnittliche Wachstumsdynamik wird ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf 3,1 % (2025: 2,8 %) erwartet.
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| Wachstumsmärkte |
| Großbritannien | | +1,3 % | | - Die Unsicherheit hinsichtlich der inländischen und internationalen Wirtschaftslage wird die Unternehmensinvestitionen dämpfen.
- Umfrageergebnisse zu neuen Exportaufträgen aus den USA im verarbeitenden Gewerbe sind, trotz eines bilateralen Handelsabkommens, schwach und spiegeln den Anstieg des effektiven Gesamtzollsatzes um 7,0 % wider. Prognostiziert wird ein Rückgang der Wachstumsrate der Exporte auf 1,0 % (2025: 3,0 %).
- Britische Arbeitgeber planen mit Lohnsteigerungen von 3,0-3,5 % im Jahr 2026, was den Konsum, als einer der wichtigsten Wachstumstreiber, stützen sollte, gleichzeitig aber Inflationsdruck verursacht. Die Gesamtinflation wird mit 2,5 % voraussichtlich hoch bleiben.
- Die Fiskalpolitik bleibt angesichts hoher staatlicher Kreditkosten, steigender Ausgaben für Verteidigung sowie einem großen, wenn auch rückläufigen Haushaltsdefizit und steigender Staatsverschuldung (104,2 % des BIP nach 101,6 % im Vorjahr) restriktiv.
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| USA | | +2,4 % | | - Mit einem Anstieg um 1,8 % verlangsamt sich das Wachstum des privaten Konsums (2025: 2,5 %), da das nachlassende Beschäftigungswachstum und Preisanstiege durch Zollerhöhungen die Einkommen dämpfen.
- Fiskalische Lockerungen des „One Big Beautiful Bill Act“ sollten dazu beitragen, dass Unternehmensinvestitionen, insbesondere in Rechenzentren, Software, Halbleiter, KI-Anwendungen und Energieinfrastruktur, sich weiter dynamisch entwickeln. Gleichzeitig gewinnen hierdurch Produktivitätssteigerungen an Bedeutung.
- Die Arbeitslosenquote steigt voraussichtlich von 4,2 % in 2025 auf 4,4 % in 2026 leicht an. Der anhaltende Rückgang des Beschäftigungswachstums wird durch die deutliche Abnahme der Nettozuwanderung ausgeglichen.
- Das gemäß Prognose hohe Staatsdefizit (125,2 % des BIP) sowie mögliche neue handels- oder geopolitische Spannungen sind potenzielle Belastungsfaktoren für die US-Wirtschaft in 2026.
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| Frankreich | | +1,0 % | | - Die inländische politische Unsicherheit ist durch die Verabschiedung des Haushalts für 2026 vorerst reduziert und bisher verzögerte Konsum- und Investitionsentscheidungen dürften die Wachstumsaussichten in 2026 verbessern.
- Die Staatsverschuldung wird in 2026 voraussichtlich fast 120 % des BIP (2025: 116,6 %) erreichen. Dies löst weiter steigende Zinszahlungen aus und verstärkt den fiskalischen Konsolidierungsdruck. Geplante Maßnahmen umfassen höhere Steuern für große Unternehmen und Spitzenverdiener, Ausgabenkürzungen auf allen Regierungsebenen, ein verringertes Wachstum der Gesundheitsausgaben sowie das Einfrieren von Renten und Sozialleistungen.
- Trotz eines erwarteten Anstiegs der Inflation auf 1,3 % dürfte der private Konsum um 0,6 % zulegen. Die Arbeitslosenquote wird sich wegen eines abgeschwächten Beschäftigungswachstums bei weiterhin hoher Erwerbsbereitschaft in 2026 auf 8,0 % (2025: 7,6 %) erhöhen.
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