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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das globale Wirtschaftswachstum liegt gemäß dem Economic Outlook der OECD im Jahr 2025 bei 3,2 % und entspricht damit dem Vorjahresniveau. Eine vergleichbare Entwicklung prognostiziert der International Monetary Funds (IMF) für 2025 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,3 % (2024: +3,3 %). Die im Frühjahr 2025 durch den US-Präsidenten angekündigten Zollmaßnahmen und die daraus bedingten Handelskonflikte haben sich durch den Abschluss diverser Handelsabkommen im Verlauf des Jahres abgeschwächt. Die Weltwirtschaft erwies sich im letzten Jahr trotz der Befürchtung einer stärkeren Konjunkturabkühlung, unter anderem aufgrund vorgezogener Produktions- und Handelsaktivitäten sowie umfangreicher Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz als widerstandsfähig. Darüber hinaus unterstützte die globale Fiskal- und Geldpolitik die wirtschaftliche Entwicklung. Die weltweite Inflation ist weitgehend stabil geblieben und die jährliche Verbraucherpreisinflation in den G20-Staaten ging von 6,3 % in 2024 auf 3,4 % in 2025 deutlich zurück. Der Europäischen Kommission zufolge erreichte die Europäische Union (EU) in 2025 ein BIP-Wachstum von 1,4 % und der Europäische Währungsraum ein Plus von 1,3 %. Somit verbesserte sich die wirtschaftliche Entwicklung sowohl in der EU als auch im Euroraum weiter.

Markt Wirtschaftswachstum in 2025 Schlüsselfaktoren
     
Kernmärkte
Deutschland +0,2 % 
  • Deutschlands exportorientierte Wirtschaft – darunter insbesondere der Maschinenbau, die Automobil- und Chemieindustrie – litt unter schwächeren Auslandsmärkten und Handelsunsicherheiten durch Zölle sowie protektionistische Maßnahmen. Exporte in die USA (-9,0 %) und nach China (-10,7 %) gingen in den ersten 11 Monaten in 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurück, während das EU-Geschäft (+4,0 %) stützte.
  • Ein tiefgreifender Strukturwandel, der durch Dekarbonisierung, Digitalisierung, demografische Veränderungen und geopolitische Umbrüche geprägt ist, stellte die deutsche Wirtschaft vor Herausforderungen.
  • Teure Energie, vergleichsweise hohe Arbeitskosten sowie bürokratische und infrastrukturelle Hürden behinderten Investitionen, Produktionsprozesse im Allgemeinen und Gründungsprozesse im Besonderen.
  • Die Binnennachfrage wurde durch steigende reale Einkommen sowie durch zusätzliche staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung gestützt. Die Entwicklung der Verbraucherpreise hat sich mit einer Inflationsrate von +2,2 % im Jahresdurchschnitt 2025 stabilisiert.
      
Niederlande + 1,7 % 
  • Die niederländische Wirtschaft verzeichnete in 2025 über alle vier Quartale hinweg ein Wachstum (Q1: +0,4 %, Q2: +0,2 %, Q3: +0,5 %, Q4: +0,5 %). Große niederländische Technologieunternehmen wie ASML meldeten, angetrieben durch die Nachfrage nach KI-Technologie, Rekordgewinne.
  • Der Anstieg der Exporte um 2,6 % leistete einen entscheidenden Wachstumsbeitrag.
  • Der öffentliche (+2,6 %) und private Konsum (+1,4 %) entwickelten sich ebenfalls positiv. Gestützt wurde der Anstieg des privaten Konsums durch ein nominales Lohnwachstum in 2024 von über 6,0 % und in 2025 von 5,2 %. Die Investitionstätigkeit stieg um 0,5 % gegenüber 2024.
  • Die Arbeitslosenquote lag zum Ende des Jahres bei nur 4,0 %.
Schweiz +1,4 % 
  • Die seit 2020 mit einer durchschnittlichen Jahresteuerung von +0,2 % in 2025 niedrigste Inflationsrate und die positiven Nominallohnzuwächse stärkten die realen Einkommen der Haushalte.
  • Der private Konsum blieb stabil und trug mit + 1,4 % weiterhin wesentlich zum Wachstum bei. Die Ausrüstungsinvestitionen entwickelten sich mit -0,6 % in 2025 rückläufig. Die hohe Unsicherheit im internationalen Umfeld, die schwache Ertragslage und die anhaltend niedrige Kapazitätsauslastung belasteten die Investitionsneigung vieler Schweizer Unternehmen.
  • Das Exportwachstum sank 2025 auf +1,3 % gegenüber +4,3 % im Vorjahr.
  • Der Arbeitsmarkt hat sich im Laufe des Jahres weiter abgeschwächt, die Arbeitslosenquote lag in 2025 bei 4,8 % (2024: 4,3 %).
Wachstumsmärkte
Großbritannien +1,4 % 
  • Die Unternehmensinvestitionen sind im Jahr 2025 um 4,1 % gestiegen.
  • Die hohe Inflation (Jahresinflationsrate von 3,4 % in 12/2025) und ein hohes Zinsniveau (Leitzinssatz der Bank of England bei 3,75 %) belasteten den Konsum und Unternehmensfinanzierungen.
  • Ein schwacher Arbeitsmarkt mit einer Arbeitslosenquote über 5,1 % dämpften ferner die Einkommen und das Konsumwachstum.
USA +2,1 % 
  • Nach einem schwachen 1. Quartal 2025 (-0,3 %), das auf vorgezogene Bestellungen und damit höhere Einfuhren vor angekündigten Zollerhöhungen zurückzuführen war, wuchs die US-Wirtschaft im 2. (+3,8 %) und 3. Quartal (+4,4 %) deutlich. Insbesondere Investitionen in KI und digitale Infrastruktur setzten Wachstumsimpulse.
  • Die moderate Inflationsentwicklung (+2,7 %) ermöglichte der US-Zentralbank Fed im September, Oktober und Dezember 2025 in drei Schritten die Leitzinsen zu senken und damit das Wachstum zu stützen. Das Zinsniveau reduzierte sich von 4,25-4,50 % Anfang 2025 auf 3,50-3,75 % Ende 2025.
  • Deutliche Produktivitätssteigerungen (+ 4,9 %) kompensierten einen mit einer durchschnittlichen jährlichen Arbeitslosenquote von 4,4 % schwachen Arbeitsmarkt.
Frankreich +0,8 % 
  • Das Defizit des Staatshaushalts betrug in 2025 5,5 % des BIP. Im Vergleich zu 2024 (5,8 %) stellt dies eine Verbesserung dar, die jedoch über fiskalische Anpassungen und die Senkung des öffentlichen Konsums erreicht wurde. Dies hemmte Investitionen und damit auch das Wirtschaftswachstum.
  • Der private Konsum bleibt mit über 50 % eine wichtige Stütze des BIP von Frankreich und stieg im Jahr 2025 moderat um 0,4 % an.
  • Dem französischen Zentralbankchef zufolge haben sich instabile Regierungsmehrheiten und Haushaltsstreitigkeiten negativ auf das Geschäfts- und Verbraucherklima im Jahr 2025 ausgewirkt.

* Wirtschaftswachstum gemäß IMF, World Economic Outlook Update, January 2026; European Commission, Economic forecast for Netherlands, 17.11.2025 und Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Konjunkturprognosen, 15.12.2025

Die Bautätigkeit in den 19 EUROCONSTRUCT-Ländern stieg im Jahr 2025 gemäß den im 100. EUROCONSTRUCT Summary Report veröffentlichten Ergebnissen um 0,3 %, nach einem Rückgang der Produktion um 1,7 % in 2024. Das verhaltene Wirtschaftswachstum und anhaltende Herausforderungen wie hohe Zinsen, Inflation und erhöhte Baukosten belasten den Hochbau weiterhin stark.

Markt Entwicklung Baubranche 2025 Schlüsselfaktoren
     
Kernmärkte
Deutschland -1,4 % 
  • Der Wohnungsneubau verzeichnete, analog zu den Vorjahren, einen starken Rückgang (-6,4 %). Viele Haushalte verzichteten angesichts herausfordernder Finanzierungsbedingungen und unsicherer Einkommensaussichten auf größere Bauprojekte.
  • Aufgrund der schwachen Neubautätigkeit stieg der Anteil der Wohnungsrenovierung in 2025 auf 78 %. Der hohe Instandhaltungs- und Modernisierungsbedarf durch einen in die Jahre gekommenen Bestand oder aufgrund von Energieaspekten erfordert umfangreiche Investitionen, die jedoch von steigenden Baukosten und Kaufkraftverlusten beeinträchtigt wurden.
  • Der Nichtwohnbau wirkte stabilisierend. Das reale Bauvolumen sank nach deutlichen Rückgängen in den Vorjahren in 2025 um nur 0,7 %.
  • Der Tiefbau verzeichnete erneut Zuwächse. Das reale Bauvolumen stieg um 2,6 %, getrieben von Infrastrukturprojekten in den Bereichen Verkehr, Energie und Digitalisierung.
      
Niederlande +0,9 % 
  • Die Erholung der Baugenehmigungen und Baubeginne ab 2024 führte zum Anstieg des Wohnungsneubaus um 4,9 % in 2025 (2024: -5,2 %). Der Anstieg wurde durch kleinere Wohnflächen mit geringeren Investitionskosten, gestiegene Bau- und Finanzierungskosten sowie hohe Nachhaltigkeitsanforderungen gebremst.
  • Die Renovierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen stiegen nach einem Rückgang in 2024 um 0,4 %, in 2025 mit einem Plus von 0,6 % nur begrenzt.
  • 2025 markierte mit -13,0 % einen Tiefpunkt im Neubau von Nichtwohngebäuden. Das Boom-Bust-Muster der letzten 5 Jahre wurde weitgehend von Industrie- und Lagergebäuden bestimmt.
  • Der Tiefbau verzeichnete 2025 ein Wachstum von 4,5 %, unterstützt durch einen Anstieg der Neuinvestitionen um 5,5 % und der Renovierungen um 3,5 %.
Schweiz +0,2 % 
  • Aufgrund des anhaltenden Abschwungs im Wohnungsbausegment und der konjunkturell bedingten Investitionsschwäche im Industrie-/Gewerbebau verharren die Bauinvestitionen dem KOF Institut zufolge 2025 vorerst noch auf Tiefstand.
  • Der Anstieg der Baupreise beträgt gemäß dem KOF Institut in 2025 0,8 %. Der Preiswettbewerb auf dem Schweizer Baumarkt bleibt intensiv. Die Preise für Baumaterialien entwickelten sich seit dem Spätsommer letzten Jahres leicht rückläufig.
  • Die realen Investitionen in den Wohnungsbau entwickelten sich nach einem Rückgang um 1,2 % im Jahr 2024, in 2025 mit -0,5 % leicht rückläufig.
  • Ein Drittel des gesamten Bauvolumens in der Schweiz entfällt auf Investitionen in Nichtwohngebäude. Im Jahr 2025 gingen diese um 0,7 % zurück.
Wachstumsmärkte
Großbritannien +1,9 % 
  • Der Neubau von Wohnimmobilien hat sich 2025 langsamer erholt, als erwartet und ist deshalb nur um 2,1 % gestiegen.
  • Die Renovierung von Wohngebäuden stagnierte im Jahr 2025 (-0,2 %), nachdem dieser Sektor in den letzten Jahren die Neubautätigkeit übertraf. Private Wohnraumrenovierungen gingen aufgrund steigender Baukosten und fehlender finanzieller Mittel der Hausbesitzer um moderate 0,8 % zurück, während die Renovierung von Sozialwohnungen um 2,5 % anstieg.
  • Der Nichtwohnungsbau wuchs analog zum Gesamtmarkt mit 1,9 %, wobei sich das Wachstum prozentual fast gleichmäßig auf Neubauten (+1,9 %) und Renovierungen (+2,0 %) verteilte. Nach hohen Steigerungsraten in den Vorjahren beträgt das Bauvolumen für Renovierungen zwischenzeitlich fast 42,6 Mrd. €, was ca. 40 % der Bautätigkeit im Nichtwohnungsbau entspricht. Der gewerbliche Sektor hemmt die Gesamtdynamik wesentlich, aufgrund des Inflationsdrucks, langsamer politischer Entscheidungsprozesse und der Zurückhaltung der Investoren.
USA -1,0 % 
  • Die gesamten US-Ausgaben für Ingenieur- und Bauwesen entwickelten sich in 2025 rückläufig, nachdem sie 2024 noch um 6,0 % angestiegen sind. Die verhängten Zölle für die globalen Handelspartner der USA auf Importe hat zu Preiserhöhungen bei wichtigen Baumaterialien geführt, was die Projekttragfähigkeit für Unternehmen verringerte und sie dazu veranlasste, strategische Investitionen zu überdenken.
  • Die Gesamtzahl der Baubeginne in den USA ist in 2025 um 1,1 % gestiegen, wobei der Wohnungsbau um 8,8 % zurückging und der Bau von Nichtwohngebäuden um 7,5 % zunahm. Kommerzielle Megaprojekte wie Rechenzentren und Verkehrsterminals treiben das Wachstum im Nichtwohnbereich an.
  • Die amerikanische Bauindustrie kämpfte weiterhin mit einem starken Mangel an Fachkräften.
Frankreich -1,4 % 
  • Die Abwärtsdynamik der vergangenen 2 Jahre beim Neubau von Wohnungen hat sich zwar abgeschwächt, jedoch wurde auch in 2025 mit -5,7 % ein Rückgang verzeichnet. Politische Instabilität, Genehmigungsprobleme, die Politik des Netto-Null-Landverbrauchs sowie anhaltend hohe und steigende Baukosten führten zur Vorsicht bei Haushalten und Bauträgern. Baugenehmigungen und Baubeginne verzeichneten einen Anstieg, sie signalisieren einen Turnaround.
  • Der Neubau im Nichtwohnungsmarkt litt mit einem Rückgang von 5,3 % unter der schwachen Entwicklung der letzten Jahre. Renovierungen haben den Einbruch mit +0,9 % nur teilweise aufgefangen.
  • Das Wachstum der vergangenen 2 Jahre im Tiefbaumarkt setzte sich mit 2,1 % in 2025 weiter fort. Schlüsselbereiche sind der Schienenverkehr, Investitionen in die Telekommunikation und Infrastruktur für erneuerbare Energien sowie Rechenzentren.

* Entwicklung der Baubranche gemäß 100th EUROCONSTRUCT Summary Report, Winter 2025, S. 40 und 2026 North American Engineering and Construction Industry Overview, First Quarter Edition, S. 37